Vom Trinken im Lichte

Der Frühling zurrt sein blaues Band / fest um den hochgestellten Kragen / und zerrt uns unter Widerstand / ins grelle Hell von Sonnentagen / Er parkt die winterspeckig Blassen / erbarmungslos auf den Terrassen / wo sie verstört nach Schatten tasten / durch Weißweinschorlenreihen hasten / und hoffen, darin Halt zu finden / statt an den Strahlen zu erblinden / die Mutter Sonne ohne Gnad' / durch grüne Flaschenböden jagt / Wir scheitern alle Jahre wieder / an Speiseeis und Himmelsbläue / und kokeln abends Veilchen nieder / und finden morgens hundert Neue / tulus lotrek hat aufgegeben / der Zahn der Zeit hat uns geschwächt / darf man's sich nicht im Schatten geben / dann wird eben im Licht gezecht / Ein Rest von Würde hält sich grade / sagt "Hausverbot!" zum Aperol / der Teufel ruft zum Sonnenbade?! / Doch nicht in unsrem Ethanol!

tulus

An alle militanten Bacchanten, sich das Brett-Geber mit Fettleber, Gürtelweiterschnaller, Korkenknaller, liebe Alleswoller & Nichtsbereuer, wir sind das tulus lotrek und weil wir dieser Tage häufig gefragt werden, warum das eigentlich der Fall ist und was wir damit meinen, wollen wir's hier kurz erläutern.

Ein Wort zur Namenspatronage

Wir verweisen damit mehr oder weniger deutlich auf Henri de Toulouse-Lautrec, der vielen in erster Linie als Maler und Grafiker der französischen Belle Epoque bekannt sein wird. Uns ist viel wichtiger, dass er ein großer Fresser war, der auf seinen Reisen Schiffskombüsen an sich riss, legendäre Dinnerparties für die Pariser Halbwelt schmiss und das obligatorische Einstecktuch im Sakko - den berühmten Bauhaus-Funktionalismus hellsichtig vorwegnehmend- durch eine Muskatnussreibe ersetzte, um die 4-12 Gläser Port, die er am Tag benötigte, um auf Betriebstemperatur zu bleiben, jederzeit aromatisieren zu können. Wir schreiben ihn "falsch", damit uns keiner auf "klassisch" französische Cuisine festnageln kann.

Außerdem halten wir's auch küchenstilistisch mit Toulouse-Lautrec, den die neuerdings so populären zaghaft-subtilen Aromenspiele der leichten Gemüseküche niemals ins Auswärts getrieben hätten und servieren zu Filet-, Gourmet- und Edelstücken intensive Saucen, sind Freunde des "Buttertricks" und lassen geschmacksneutralere Beilagen, deren Existenzberechtigung sich höchstens aus dem Sättigungswunsch des geneigten Genießers ableiten ließe, konsequent zuhause (Eigenreflex im Bedarfsfall: noch zwei Gänge ordern und die nächste Buddel Wein entkorken!)

Das war die Vorstellungsrunde und nun wollen wir auf den Tellern halten, was wir im Einleitungstext versprechen! Einen schönen Abend für Euch und all jene, die Ihr am liebsten doppelt seht!

Euer Team tulus

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Gemunkel

  • Bildschirmfoto 2016-06-01 um 12.08.30

    qiezgeflüster

    Die Grazien von Qiez haben uns mit Ihrer Anwesenheit beehrt und hernach einen Text geschmiedet, den wir uns gegenseitig vorlesen, wenn einer schlechte Laune hat.

    Von Tisch zu Tisch - tulus lotrek

    Im Tagesspiegel

    Auch Bernd Matthies hat zu uns gefunden und schrieb hernach dies: Von Tisch zu Tisch – tulus lotrek.

    Esspress Ausgabe November 2015

    In der Esspress

    Was die Esspress nach ihrem ersten Besuch zu vermelden wusste, findet sich hier.